Rose Marie Doblies
Rose Marie Doblies

GEdichte.gif

Seit vielen Jahren schreibe ich Texte und Gedichte, die ich hauptsächlich in meinen Songprogrammen einbauen kann, zum Teil auch vertont. Veröffentlichungen auch in Zeitungen, Radio- und Fernsehsendungen.

 

Kind, wunderbares Schönes

Kind, so schön wie der Wind
an einem warmen Herbstmorgen
Kind, ich umarme dich lind
und schaue dich an
du bist nun bei uns
mögest du es gut haben
und mit allem Leid und
Entbehrungen zurechtkommen
Kind, Mensch
neu, gut
deine Hände voll Erwartung
voll Süsse
voll Kraft

24 Tage nach der 2. Geburt, 20. Sept 93

 

gedichte_kind.jpg
Foto: Alex Antonelli (Arles)

Enfant dans mes bras

Enfant dans mes bras, elle s'appelle FATIMA, petite,
manifique, meravigliosa un miracle sans doute comment sera ta route?
FATIMA, ta beauté me fait pleurer; fragile,
tendre et sans défence, livrée au monde
homme, femme, donnez un véritable amour à votre enfant
offrez leur vos bras protecteurs, donnez leur vos mains
ne les frappez pas, donnez leur votre chaleur
ne brisez jamais leur confiance, jamais, jamais, jamais?


9.6.1999

 

efant.jpg
Foto: Günther Doblies (D)

 

Tränen fallen

von deinen und meinen Wangen
Tränen trüben mir die Sicht
und alles wird weich
wird enthärtet
tu piangi, anche tu?
lass eine warme Träne
von mir in dir wohnen

Ende 1999

Les larmes

Les larmes coulent le long de nos joues
Les larmes me troublent la vue
Et tout devient flou et tendre
Tu pleurs, toi aussi, tu piangi?!
Laisse une de mes larmes chaudes
Habiter en toi. 

Fin 1999

 

Umarmen

Lange und innig Umarmen
wieder Liebe finden
worte die liebkosen
vielleicht inmitten
duftender Rosen
den Schmerz aushalten
und tief innen wissen
dass die Zeit
mit vielen Küssen in den Kissen
wird kommen
wie dreizehn Sonnen
wie dreizehn Sonnen


21.06.98

Embrasser

Embrasser longtemps et intimement
retrouver l?amour
des mots qui caressent
au milieu des roses
endurer la douler
et savoir
que le temps des baisers
sur les oreillers
va revenir
comme 13 soleils

21.6.98

 

Nun müssen die Männer wieder...

(Diesen Text schrieb ich Januar 2003 und leider scheint er noch immer aktuell zu sein)

Nun müssen die Männer wieder fort
Sie gehen an einen andern Ort
Was ist passiert?
Wer hat kassiert?
BIN LADEN?
TERRORISTEN?
Die Amerikaner (?) wollen misten...
sie werdens wissen!?
Weg von dem Alltagsstress und Trott
Hier unter Männern, da geht?s flott
Weg von den Nörgeleien der Frauen
Hier unter Männer kann man endlich aufbauen
Weg von den Streitereien der Kinder
Hier kann man fluchen unter Sünder...
Ja, einige sind sicher froh
Sie wollten weg schon sowieso.

Und die die gehen müssen?
Und die die alles wissen?
Und die Kinder ohne Väter?
Mütter, Frauen, auch sie wollen aufbauen.
Hoffen, dass er nicht fällt
In dieser himmelschreienden Welt

Mann ohne Frau ? Frau ohne Mann
Was wird geschehen?
. . . und wieder beginnts
Und wieder werden später
Kinder geboren von unbekannten Vätern
Von tapferen Männern gezeugt
Frauen ? unendliche Schmerzen
Schon beim Zeugen, oder nur
Schmerzen, ohne Kind...
Oder gibt es doch auch Liebe beim Soldaten? Liebe?

Morgen tot!

die Sonne geht auf
die Sonne geht unter

alles rot!

Es heisst nicht mehr:
Zu Ehren gefallen!
Oder doch...noch......?

Wie können wir Gewalten anhalten?

 

gedichte_männer_1.jpg
Foto: Arie Klok

gedichte_mönner.jpg
Foto: Zé Luis Correia

Y OTRA VEZ LOS HOMBRES...

Los hombres tienen que marchar
otra vez a otro lugar
Qué ha pasado?
Quién ha cobrado?
Bin Laden?
Terroristas?
Los americanos desean limpiar
Ellos sabrán...

Lejos del estrés vulgar y cotidiano
aquí, entre hombres, todo es mejor
Lejos las mujeres quejumbrosas
aquí, entre hombres, se puede construir.
Lejos de rencillas infantiles
Aquí, entre pecadores, se puede maldecir.

Sí. Algunos estarán satisfechos
Querrán irse al fin, de hecho.
Y los que tienen que irse?
y los que todo lo saben?
y los niños sin padre?

Mujeres, madres: también ellas quieren construir.
Esperan que él no caiga
en este mundo atroz.
Hombre sin mujer - mujer sin hombre

Qué pasará?
y ya otra vez
niños ilegítimos nacerán
que hombres valientes engendrarán.
Mujer ? dolor infinito al concebir
o sólo dolor sin hijo.

Es capaz de amar un soldado? ¿amar?

Mañana: muerto.
El sol sale
El sol se pone
Todo rojo!

Ya no se dice:
En honor caído
O sí aún?
cómo detener la violencia?
Aún quedan unos días             Übersetzung: Lilia Martinez

 

Ich weine

Ich weine um jedes Kind
das Todesangst ausstehen muss
das seine Mutter sterben sieht
das missbraucht wird
das verletzt wird
das stirbt
Ich weine um jede Frau die
missbraucht wird, die getötet wird,
die ihr Kind sterben sieht
Ich weine um jeden Mann
der in den Krieg gehen muss
der schiessen muss
der Angst hat, der verwundet wird
der stirbt
schöne Hände
schöne Gesichter
schöne Körper
Menschen voller Hoffnung
WO IST GOTT?
Welcher Gott? - es gibt mehrere
Wo sind die Engel?
Engel für die Kinder,
die die Bomben nie vergessen können

ich weine.jpg

Ende März 2003

 

 

Spanien Moreira

Kleine Füsse im Sand
vorwärts
schau nicht zurück
weiter
bleib nur stehen um den Sand
unter deinen Füssen zu spüren
und um das Rauschen
des Meeres zu hören
und den Wind zu küssen und das Leuchten zu sehen
Spürst du wie dir tausendfach gegeben wird?
Tausend Küsse vom Himmel
wie zarter Regen,
wovon jeder Tropfen spürbar
trinke, trinke den Kuss
lass die Nässe einsickern
Höre!!! Horch!
Lass laufen
gehe in dich und ins Du
schenke mir deinen Blick
auch den will ich trinken

März 1986

 

Herbstblätter
 
Leise fallen
              fliegen
Farben fühlsam auf die Erde
wie Federn tanzen sie     
grüssen einander
küssen vielleicht bevor sterben
immer farbiger werden
bis dann ein Wind sie fein
hinunterträgt
Nicht jedes Blatt stirbt sacht
Manchmal mit Gewalt
wirbelts in die Höhen
und begegnet vielen anderen
Doch jedes Blatt hat seinen Platz
Vielleicht lässts sich’s bei einer Rose nieder,
bei einem Rosmarienstrauch
oder es schenkt dem Igel seine Liebe
Herbstblätter, lebet wohl,
                            lebet wohl!
 
Die Schweiz putzt sich raus    (Originalversion) EM 2008
 
Die Borde rings um Bern sind geschnitten. Da, da liessen sie eine Rundung blauer Blumen stehen, sieht gut aus. Aber da, schon liegt in dem frisch rasierten Hügel eines der wenigen übriggebliebenen Kreisels, nur kurze Zeit, nachdem das Kreiselfieber doch erst ausgebrochen war – aber eben, Fieber muss man sofort senken, mit allen Mitteln! – ja, da liegt doch schon wieder, auf diesem feinsäuberlichen Kurzschnitt ein Papier und ein Plastikbecher, ganz klar aus einem Auto geworfen und bestimmt von einem Ausländer verursacht. Bald wird Bern und Umgebung vollgeragelt sein von Ausländern. Wie Kartoffeln auf einem Fliessband zum Erlesen werden sie daherrollen. Erlesen? Wohl eher Auserlesen. Es sind ja vorwiegend Europäer, keine dunkelhäutigen bis kohlenschwarze, keine Diebe, keine... oder doch?
Europäer sind jedoch auch AusländerInnen. Alle aus andern Ländern. Da fällt mir die wunderbare Musik von Robert Schumann ein: „Von fremden Ländern und Menschen“. Eine tiefe Sehnsucht, ein Zauber der Verwandlung liegt dieser Musik inne.
Nun sind die AusländerInnen sehr willkommen und werden überall mit Blumen und sauberen Strassenrändern empfangen – ausgenommen dieser Plastikbecher im Kreishügel...
Offene Türen, Fenster und Herzen. Es sind ja auch die Länder gleich nebenan. Nein, nicht deshalb... Es geht um Fussball. Und da verschönert manch farbiger Mensch die Mannschaft. Seien wir ehrlich, die Mischlinge – und auch die gehören doch schon zu den Ausländern – sind meist die Attraktivsten. Hier geliebt und auch geholt, denn sie verhelfen zu siegen. Ja, hier geht’s um Fussball und nicht um Hunger, nicht um Herberge für eine Schwangere, die sich wohl auch in einem Stall mit etwas Stroh niederliesse. Hier warten alle 5Stern-Hotels mit roten Teppichen, Apéros, Doppelbetten, täglich frischer Wäsche, Masseuren, Coiffeusen, Wellness und Prostituierte.
In Deutschland holte man für die WM viele, sehr viele junge, schöne Frauen. Man versprach ihnen den Himmel und nach der WM waren sie alle gebrochen. Ohne Handy, ohne Rechte, einfach gehorchen, hinhalten, aushalten. Wäre das hier in der Schweiz der Fall, käme oder kommt all das Säuberlichherausgeputzte ins wanken, und der Himmel würde oder wird die Fussballfelder mit Tränen füllen.
Fussballer sind intelligent und arbeiten hart. Mögen sie auch ihre Intelligenz für ihr mensch-liches Verhalten gegenüber Minderbemittelten einsetzen und sich jeglicher Ausbeutung, ja, jeglicher Gewalt entgegensetzen. Das wünsche ich für die folgenden Tage und hoffe, dass zum Thema AusländerInnen die SchweizerbürgerInnen weitsichtiger werden. Letzten Sonntag haben wir in dieser Richtung einen Schritt gemacht.
Und.....wer putzt denn die Strassen, wer wäscht die Pfannen, wer schrubbt alle Böden und reinigt die Toiletten in den frühen Morgenstunden, wenn die Fussballfans nach durchfeierter Nacht sich wohlig ins Bett legen können? Das sind doch vorwiegend Ausländerinnen und Ausländer zu einem Hungerlohn... Auch andernorts, über Jahre. Da stört die dunkle Farbe auch nicht? Gott sei Dank!
Die Freude an diesem Grossanlass und das gemeinsame Feiern soll nicht in Frage gestellt wer-den. Doch: Seid wachsam und mutig. Mischt euch ein, seid den Kindern Schutz und Vorbild. Dank sei denen, die sich seit Jahren für die Rechte des Menschen einsetzen.
(erschienen z.T. verändert im Bund, 9.Juni 08 und der Berner Zeitung 7.Juni 08)




Advent und Weihnachten 2011

Teu fiire u teu fiire nid.

Teu fiire dahei u teu fiire alei.

Teu fiire dahei ganz traditionell

So wie sis scho us Ching erläbt hei

Teu fiire nid

Teu singe u teu singe nüt

Teu hei e Boum mit Lämpli u Cherzli u Chugeli u Girlande u Ängle

Teu hei es künstlechs Böimli

Teu si truurig u teu si fröhlech

Teu gö anes Konzärt oder musiziere säuber

Teu lade Einsami i

 

Teu si zäme u glich alei

Teu si dahei u doch nid dahei

Teu fiire im Waud u Schnee u teu am Meer

Teu fiire u teu früre

 

Teu singe u tanze

Teu si ganz stiu.. wüus Gott so wiu?

Teu hei es Chrippli mit Strou u Höi

Teu gö id Chnöi

Teu trinke u trinke u trinke u winke

Dass doch öpper chli mitne würdi rede

U bätte o,

damit si no bis hei chöme, faus si es Daheime hei

Teu si alei

 

Teu fiire u teu erfrüüre

Teu si truurig u teu si fröhlech

Viu Ching fröie sech ab au dene Liechter daheim u vorusse

U vilicht wär ds Lüchte i irne Ouge scho gnue

U jede Mönsch wome nim us Ching das Lüchte nid het usglöscht,

isch es Läbe lang dankbar

 

teu reklamiere dases es speziels Brot nümm im Regau het

u teu hei nidemau ar Wiehnachte e Bitz

Teu ersticke ir Ungerhautig u teu ertrinke ir Einsamkeit

 

Teu fiire ganz amene angere Tag

Mir hei viu Müglechkeite ds fiire

Für teu wird’s Nacht grad denn wenn überau d Liechter agö

Dr Mönsch brucht ds Liecht vom angere

Mängisch müesse mr chli ga sueche


Dezember 2010, Rose Marie Doblies

 

 

          

 Hörbeispiele

Un cri dans la nuit! (Maria durch ein Dornwald' ging)

Pietà, Signore! (Ave Maria, Schubert)
Con amore, con passione (Ebben... N'andro lontana, Catalani)
La Passionata (Besame mucho)
La Rosée (La tombée de la rosée)